Neonkerzen ziehen

Schon vor Schätzungsweise 5.000 Jahren war die Kerze eine Licht- und Wärmequelle, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt wohl noch längst nicht so aussehen mochte, wie die Kerzen, die heute unsere Tische schmücken.

Wenn der Herbst hereinbricht, fange ich automatisch an, die eigenen Räume mit Kerzen zu verschönen. Sie bringen eine so wunderbar gemütliche und heimelige Stimmung, dass es eine richtige kleine Zeremonie für mich ist, sie anzuzünden und dem leichten wanken und wippen der Flamme zuzuschauen. Ihr Duft nach Bienenwachs erweckt Kindheitserinnerungen, denn in der Adventszeit haben wir uns als Kinder jedes Jahr wieder und mindestens ein Dutzend Kerzen selbst gezogen.

Da ich die Welt der Farben so sehr liebe, habe ich mir schon lange vorgenommen, einmal bunte Kerzen zu ziehen, es aber immer wieder verworfen.

Nun bin ich bei meiner Suche nach Kerzenwachs auf die Seite kerzen-und-seife.de gestoßen. Hier kannst du dir in kleinen Mengen die Wachspastillen in verschiedensten Neonfarben bestellen. Ich habe mich für folgende Töne entschieden: Neongelb, Neonorange, Neonrot, Neonpink und Neonrosa. Als Grundwachs zum auflösen der Neonwachs-Pastillen benutze ich 1kg Bienenwachspastillen.

Du benötigst zum Kerzen färben noch folgende Materialen:

Marmeladegläser oder Babybreigläser (Je nach Farbanzahl)

einen Stock oder einen ausrangierten langen Eislöffel zum umrühren des Wachses

Kerzen (ich habe einen Mix an Kuchenkerzen, Stabkerzen, Geburtstagskerzen gewählt)

ein altes Geschirrtuch oder einen ausrangierten Topflappen

Ich habe die Gläser in einem alten Muffinblech in den Ofen geschoben, da sie sich so leichter aus dem Ofen herausnehmen ließen.

Bevor es nun an das DIY geht, möchte ich einmal darauf hinweisen, dass ihr bitte bitte ganz vorsichtig und mit viel Ruhe die einzelnen Schritte macht, da der geschmolzene Wachs unglaublich heiß ist und zu bösen Verbrennungen auf der Haut führen kann!

Als ersten Schritt stellst du dir deine Gläschen bereit und füllst sie bis oben hin mit den Bienenwachspastillen auf. Alle Gläser kommen nun auf ein Blech in den Backofen. Bei 150 Grad schmilzt der Wachs recht zügig, behalte ihn aber immer im Auge, da er nicht anfangen sollte zu spritzen.

Haben sich die Pastillen ganz aufgelöst, nimmst du mit deinem Tuch oder Topflappen die Gläser aus dem Ofen und stellst sie auf eine stabile verschmutzbare Unterlage (am besten ein altes Holzbrett). Nun füllst du eine beliebige Menge an Neonpastillen in die Gläser und verrührst sie mit dem Stäbchen, sodass sie sich ganz auflösen.

Nimm dir nun eine Kerze und halte sie am Docht fest. Tunke sie auf die gewünschte Länge in den gefärbten Wachs hinein. Du kannst die Neontöne auch übereinander schichten. Probier dich erst einmal ganz frei aus um ein Gefühl dafür zu bekommen und vielleicht möchtest du auch noch einen intensiveren Ton? Dann gib einfach noch ein paar mehr Neonpastillen in den Wachs hinein.

Leider kühlt der Wachs im Raum recht schnell aus, sodass du ihn immer mal wieder in den Ofen stellen solltest, damit er seine flüssige Konsistenz beibehält.

Wenn du gerne ein Punkte-Muster kreieren möchtest, nimmst dazu zum Beispiel einen Schaschlik-Spieß, tunkst ihn in den flüssigen Wachs hinein, ganz schnell wieder heraus und auf die Kerze. Diese Methode erfordert etwas Geduld, da es eine Weile dauert, bis man rings herum um die Kerze die Punkte gezaubert hat! Dafür ist das Ergebnis wirklich toll oder?

Ich wünsche dir ganz viel Farbfreude beim nachmachen!